Wasserpumpe und Keilriemen tauschen

Baugruppe: Motor
Autor: Andi

Schwierigkeitsgrad: mittel
Spezialwerkzeug: nein
   






Bewegliche Teile verschleißen in der Regel schneller an einem Fahrzeug, als unbewegliche. Fahrzeugteile, die wie die Wasserpumpe z. T. auch noch in Flüssigkeiten ihre Bewegungen ausführen müssen, sind entsprechend noch verschleißanfälliger. Mit der Zeit versagt die Dichtung zwischen Gehäuse und Welle ihren Dienst, oder die Lagerung verschleißt. Ein nicht mehr einwandfrei funktionierender Kühlmitteltransport, Leckagen, und eine daraus resultierende, schlechtere Kühlung des Motors sind die Folgen. Das muß nicht sein, denn ein Wechsel der Pumpe ist relativ einfach, und auch nicht besonders teuer...
Benötigtes Werkzeug:
- Schraubenzieher, Schlitz und Kreuz (Kreuz am Besten kurz)
- Gabel-Ring-Schlüssel, SW , 6, 7, 8, 10, 13, 17
- von Vorteil: Umschaltknarre ("Ratsche") nebst Zubehör, Größen 1/4", 3/8"
- Dichtungsschaber
- Wagenheber und Unterstellböcke, oder ggf. eine Hebebühne
- Radkreuz
- eine Wanne zum Kühlmittel auffangen
- einen Trichter
- evtl. eine Gießkanne
- ein Montiereisen, oder optional auch einen Geißfuß, oder eine stabile Holzlatte
Benötigtes Material:
- eine Wasserpumpe, nebst Dichtung für den Motorblock
- Schmiergelleinen, oder -papier
- Putztücher, die gut "saugen" sollten
- ggf. neue Schlauchschellen für die Kühlerschläuche
- ggf. neue Kühlerschläuche
- ggf. Frostschutzmittel und Wasser


Bei geöffneter Motorhaube bietet sich dem Betrachter dieses Bild an seiner linken Seite. Gut zu erkennen ist die Lichtmaschine, und die Tatsache, das der Keilriemen bereits fehlt (ist bei mir kurz vor der geplanten Reparatur abgerissen ;-)


Alle, die sich jetzt vielleicht Fragen, wo sich die Wasserpumpe denn nun befindet, gibt dieses Bild den Hinweis. Das Teil ist direkt unter der Lichtmaschine an den Motorblock geflanscht. Wie man sich bestimmt jetzt schon denken kann, ist es empfehlenswert, für den Wasserpumpenwechsel die Lichtmaschine zu entfernen.



Um mehr Platz zum "werkeln" zu haben, und auch einen besseren Überblick zu bekommen, habe ich zuerst mal den Luftfilter entfernt, und den Kühlergrill nebst darunter liegender Abdeckung entfernt (-siehe Reparatur-Beschreibung =>Zündkerzen wechseln<=).
Nicht vergessen: Vorher Batterie abklemmen, bzw. zumindest den Masseanschluß von der Batterie entfernen!!



an der Rückseite der Lichtmaschine muß man die zwei Leitung abklemmen. Einmal das dicke Kabel (SW 13), und dann noch das dünne Käbelchen (Steckverbindung, einfach abziehen)



Um leichter an den Riementrieb zu kommen, empfiehlt es sich, den Wagen aufzubocken, zu sichern, und das rechte Vorderrad (beifahrerseitig) zu entfernen. Danach die Kunststoffabdeckung vor der Kurbelwellenriemenscheibe abschrauben.



Nun habe ich die Lichtmaschine entfernt. Wie das Bild der bereits ausgebauten Lichtmaschine zeigt, ist diese nur mit zwei 10er Schrauben (SW 17) befestigt. Die untere befindet sich in einem Langloch, um mit der Lichtmaschine den Keilriemen zu spannen. Die obere Schraube ist leicht zugänglich, für die untere braucht man ein wenig Gefühl.


Wenn die Lichtmaschine draußen ist, liegt die Wasserpumpe frei zugänglich vor einem. Bevor ich die WaPu vom Motorblock geschraubt habe, habe ich zuerst die zwei Kühlerschläuche entfernt. Dazu eine Wanne unter die Verbindungsstelle stellen, und dann die Schlauchschellen lösen. Dazu ein Tip: Jeder, der sich schon mal beim Versuch eine Schlauchschelle zu lösen, einen Schraubenzieher in die eigene Hand gestochen hat, der weiß, daß man die Schrauben der Schlauchschellen am Besten mit einem Steckschlüssel, oder ggf. mit geeigneten Ring- oder Gabelschlüsseln löst! Schlüsselweite dafür meist 6, 7, oder 8mm.
Sind die Schlauchschellen weg, ist der Schlauch selbst meist durch das Kühlmittel auf den Schlauchstutzen "geklebt". Ich löse die Schläuche meist mit einem flachen Schraubenzieher, den ich vorsichtig zwischen den Stutzen und den Schlauch führe, und dann den Schlauch vorsichtig abziehe.
Wenn man gerade dabei ist, kann man auch gleich noch prüfen, ob die Kühlerschläuche, die an der WaPu angeschlossen sind, brüchig und porös sind, und somit ausgedient haben.
Sobald die Schläuche von der WaPu entfernt werden, beginnt sich Kühlmittel aus den Öffnungen zu ergießen. Dieses kann später, nach der Reparatur, wieder in den Ausgleichsbehälter/Kühler nachgefüllt werden, um den richtigen Kühlwasserpegel wieder einzustellen.



Jetzt kann die WaPu entfernt werden. Diese ist nur mit 3 Schrauben (SW 13) am Motorblock angeschraubt. Auch hier tritt nach dem Entfernen der WaPu noch ein wenig Kühlwasser aus. Sobald der Wasserfluß nachgelassen hat, habe ich die an der Dichtfläche am Motor noch vorhandenen Dichtungsreste mit einem Dichtungsschaber, und Schmiergelleinen entfernt.


Hier sieht man nun die ausgebaute WaPu, und die dazugehörigen Befestigungsschrauben. Bei der Montage ist darauf zu achten, daß eine der drei Schrauben etwas länger ist. Also am Besten merken, wo welche Schraube hin muß!


Da die Schrauben der WaPu laut RLF mit einem bestimmten Drehmoment wieder fest gezogen werden sollen, bietet es sich an, einen solchen Drehmomentschlüssel griffbereit zu haben.


So sah es bei mir aus, als ich die neue WaPu mit der neuen Dichtung eingebaut hatte.


Jetzt habe ich, weil man ohne die Lima so schön viel Platz hat, schon mal den neuen Keilriemen auf die bereits vorhandenen 2 Riemenscheiben drauf getütelt. Diese Sache ist ein wenig "tricky", da die Ingenieure bei der Entwicklung ein Nadelöhr zwischen einem Schraubenkopf der Motorhalterung und der Riemenscheibe geschaffen haben. Um dort den Keilriemen durch zu bügsieren, hebt man entweder den Motor an dieser Seite leicht an, oder "hebelt" den Motor mit einem Montiereisen, Geißfuß, oder einer stabilen Holzlatte ein wenig zur Fahrerseite.


So sieht die ganze Geschichte jetzt mit Keilriemen und bereits montierten Schläuchen aus.


Zum guten Schluß habe ich die Lima wieder eingebaut. Der Keilriemen wird, wie bereits oben erwähnt, mittels der Lima gespannt. Dazu Riemen auf die Riemenscheibe der Lima legen (logisch!), und die Schrauben der Lima so weit anziehen, daß sich diese noch bewegen läßt. Dann die Lima mit einer Hand von unten greifen, und nach oben ziehen, während man mit der anderen Hand die obere Schraube fest zieht. Danach die untere Schraube fest ziehen.


Nun erfolgt wie immer die Montage der demontierten Teile, und der elektrische Anschluß der abgeklemmten Komponenten (Batterie kommt immer zum Schluß dran!). Das aufgefangene Kühlwasser habe ich vor der Montage der Anbauteile zuerst in den Kühler, und dann in den Ausgleichsbehälter gefüllt, und bei der Gelegenheit gleich auch noch den Frostschutzmittel-Stand überprüft (Wenn dieser Pegel zu niedrig ist, einen Teil des Kühlwassers durch Frostschutzmittel ersetzen.). Nach der Befüllung habe ich den Motor eine kurze Zeit mit offenem Kühlerdeckel laufen lassen, damit die Luft aus dem Kühlkreislauf ohne Hindernisse entweichen kann, und ich so auch noch alles optisch auf Dichtheit prüfen konnte.